Inselhopping in Griechenland


Die Kykladen sind mein absolutes Lieblingsreiseziel. Mein Herz habe ich 2007 beim Inselhopping verloren – und seit damals zieht es mich ein übers andere Jahr auf die Inselgruppe in der Ägäis. Das Meer ist seicht, glasklar und (im Sommer, jetzt noch nicht) wohltemperiert, es gibt Gyros-Pita mit Pommes drin (!!) und man kann auch ohne festgelegte Route spontan einfach drauf los reisen.

Wie kommt man hin?

Entweder man fliegt bis Athen – was oft die günstigste Alternative ist – und fährt vom Hafen Piräus mit der Fähre zum anvisierten Eiland. Fährtickets kann man am Hafen direkt erwerben. Je nach Fährtyp (dazu kommen wir später noch) ist so ein Ticket ab ca. 25 Euro erhältlich.
Nachteil: In Athen übernachten ist ziemlich teuer. Falls man also nicht gleich mit der Fähre weiterkommt, muss man sich oft mit einer nicht ganz komfortablen Absteige begnügen.

Oder man fliegt direkt nach Mykonos. Das geht mit Germanwings ab Köln-Bonn oft ganz preisgünstig, ein vergünstigtes Bahnticket kann man dann gleich mit kaufen. Von hier aus geht’s auf alle Kykladen-Inseln mit der Fähre weiter. Glücklicherweise konnte ich eben so einen Schnapper ab Köln-Bonn ergattern. Daher haben wir Alternative 2 gewählt.

Wir beginnen also mit der ersten Etappe unserer Reise: Mykonos
little venice
Die Reisesaison hat auf Insel Nummer 1 noch nicht Einzug gehalten. Sehr gut für uns, denn so ist Wohnraum günstig und es läuft alles ruhig und gemächlich ab. Der Flughafen ist nicht weit entfernt von Mykonos-Stadt, so ist man schnell am Hafen (der ebenfalls in Mykonos-Stadt liegt) um weiterzureisen, falls man möchte.

Eine Stadt im eigentlichen Sinne ist das nun ja eigentlich nicht. Eher eine verwirrende Aneinanderreihung von kleinen weißen Häuschen mit blauen Fensterrahmen, die eine Ansammlung aus kleinen Gassen ergibt. Dort kann man als orientierungsloser Mensch leicht den Überblick verlieren. Ich spreche aus Erfahrung. Aber es macht Spaß sich dort zu verirren, manchmal trifft man dann auch per Zufall Petros den Pelikan, das Mykonos-Maskottchen.

Petros

Um erstmal ganz entspannt in den Urlaub zu starten, haben wir uns gegen eine Übernachtung in der „Stadt“ entschieden. Bei airbnb bin ich auf das Appartement von Antonis gestoßen. Die Bilder sahen so vielversprechend aus, dass ich gleich mal drei Nächte gebucht habe. Am Strand von Kalafati gelegen, mit Riesenterrasse und grandiosem Meerblick.

terrasse mykonos
Antonis hat uns am Flughafen abgeholt und ist mit uns zum nächsten Supermarkt gedüst. Kalafati liegt nämlich ein wenig weitab vom Schuss. Daher ist Vorräte horten angesagt.

Die Wohnung ist super ausgestattet und auch sehr schön anzusehen. Und die Terrasse ist der Wahnsinn. Den Strand hat man direkt vor der Nase, das Wasser ist kristallklar aber leider noch eiskalt. Daher kein Badevergnügen für mich.

Einziger Wehrmutstropfen: Der nächste Supermarkt ist ca. 2 km entfernt. Kann man laufen, geht aber die ganze Zeit den Berg hoch. Also entweder ein Vehikel mieten oder halt die Waden trainieren.

Pro Tipp:
Auf gar keinen Fall in der Taverne unterhalb des Appartements einfach mal so ein Bier bestellen. Glaubt mir. Es war so teuer, bei der Erinnerung kommen mir immer noch die Tränen.

Etappe 2: Santorini – Oia
Oia
Die meisten von euch werden auf diversen Postkarten schonmal Oia oder Fira gesehen haben. Dort, wo die klitzekleinen Häuschen am Hang gebaut sind und man direkt aufs leuchtendblaue Meer kuckt. Hach.

Der Hafen von Santorini liegt unterhalb eines serpentinenartigen Straßengewirrs. Glücklicherweise fahren in kurzen Abständen Busse nach Fira, die Hauptstadt von Santorini. Vom dortigen Busbahnhof aus kann man alle Ziele auf der Insel für günstiges Geld erreichen. Eine Fahrt kostet so ca. 2,60 Euro.
Sonnentuntergang Oia
Für mich allein immer zu teuer, konnte ich jetzt dank Reisebegleitung endlich meinen Traum wahr werden lassen: Übernachten direkt in Oia am Kraterrand. Und wieder ein Hoch auf die Vorsaison, die gewünschte Wohnhöhle war tatsächlich noch für 90 Euro pro Nacht zu haben. Den Luxus haben wir uns für zwei Nächte gegönnt und es war jeden Cent wert. Wenn ich jetzt anfange zu schwärmen höre ich nicht mehr auf, daher bleiben wir lieber bei den harten Fakten: Bis zum beliebtesten Touri-Sonnenuntergangspunkt läuft man ca. siebendreiviertel Minuten. Ein Supermarkt ist direkt um die Ecke und auch eine Bäckerei mit köstlichen Spinatstrudeln ist schnell erreicht. Die Wohnung an sich ist zwar klein, aber mit allem ausgestattet was man so braucht. Und die Aussicht…Äh, ja.

Leider ist auf Santorini auch Anfang Mai schon viel los. Als beliebte Flitterwochen- und Hochzeitsdestination ist Oia voll mit japanischen Brautpaaren. Skurrile Fotoshootings gibt’s an jeder Ecke.

In all dem Gewusel haben wir eine ziemlich coole Buchhandlung entdeckt. Wenn ihr da seid, kuckt auf jeden Fall bei Atlantis Books rein und stöbert ein bisschen. Den Besitzern ging es genauso wie mir: Sie haben ihr Herz an die Insel verloren. Allerdings sind die einfach da geblieben und haben eine Marktlücke für sich entdeckt. Einen Buchladen gab es nämlich bis dato noch nicht.

Essen und Trinken ist leider ziemlich teuer, aber am Busbahnhof kann man für kleines Geld auch mal eine Pita verputzen. Da wir aber eh grad in Spendierlaune waren, sind wir in den Hafen gestiefelt (viele, viiiieeeele Stufen). Da gibt’s in kleinen Tavernen frischen Fisch und andere Köstlichkeiten.

hafen oia

Etappe 3: Santorini – Perissa

Um es gleich vorweg zu sagen: Santorini ist keine Strandurlaubsinsel (finde ich). Zwar sind der Red Beach und der White Beach einen Blick wert, aber richtig schöne Strände sucht man hier vergebens. Trotzdem gibt es natürlich den ein oder anderen Badeort. Kamari zum Beispiel oder eben Perissa.

Hier erstreckt sich über etliche Kilometer ein kohlrabenschwarzer Sandstrand, gesäumt von Touri-Tavernen. Muss ich persönlich jetzt nicht unbedingt haben. Wir haben zwei Nächte bei Rula in der „Villa Dimitris“ gewohnt. Nicht weit weg vom Strand, sauber und günstig. Kann man nix sagen.

villa dimitris

Da der Ort an sich nicht soooo viel hergibt haben wir viel Zeit auf der Terrasse vom Tranquilo verbracht. Da kann man lecker vegetarisch essen oder am Strand die fantastischen Smoothies schlürfen.

Pro Tipp:
tranquilo burger
Unbedingt den Veggie-Burger probieren!

Etappe 3: Paros

Die zweite Woche des Urlaubs habe ich extra für meine Lieblingsinsel reserviert. Paros ist so eine Mischung aus Mykonos und Santorini. Man kann entspannt am Strand rumlungern, mit einem Roller die Insel erkunden und abends im kleinen Hafen von Naoussa gemütlich einen Absacker trinken. Wenn man den Ehrgeiz hat, kann man hier zwei Wochen lang jeden Tag an einem anderen Strand die Sonne genießen.

Genächtigt wurde im „Alexandros“ am Piperi-Strand in Naoussa. Unglaublich tolle Unterkunft mit noch tolleren Gastgebern. Riesenappartement mit Riesenterrasse und Riesenausblick. Ein Traum! Die Besitzerin Litsa hilft bei allen Anliegen weiter. Sei es einen günstigen Roller zu mieten oder ein Fährbüro zu finden – alles kein Problem. Außerdem wird man mit selbstgebackenem Kuchen und anderen Schlemmereien verwöhnt.
Terrasse Naoussa
Naoussa an sich ist ein schönes Städtchen. Trotz vieler Angebote für Touris wohnen noch viele Einheimische da und auch die Fischer fahren mit ihren kleinen Booten täglich vom Hafen aus raus. Zwar ist der Ort an sich nicht sonderlich groß, trotzdem kann man ewig durch die kleinen Gassen trödeln und sich in mit einem Kaffee am Hafen die Zeit vertreiben. Und entspannter als in der Inselhauptstadt Parikia ist es hier allemal.

A propos Hafen: In der Saison fahren ab hier die Boote zum Strand von Kolymbithres und nach Monastiri. Beide sind der absolute Knüller, das solltet ihr auf jeden Fall machen! Hin und zurück kostet das mit dem Boot insgesamt ca. 5 Euro.

Innerhalb von Naoussa gibt es noch einen weiteren Strand. Agios Anárgiri, relativ klein, dafür kann man aber im seichten Wasser planschen und dem griechischen Hausfrauenverein bei der Wassergymnasitk zukucken. Hihi.

Ähm, ich könnte jetzt noch drei Seiten füllen und vor mich hin schwärmen. Das lasse ich aber dann mal und kucke mir stattdessen meine Urlaubsfotos an. 🙂

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