Super Hexagon

Wow. 66:18 Sekunden. Ganz beiläufig hab ich meine Bestzeit bei Super Hexagon um Längen überboten.
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Ich war einer Konversation ausgesetzt, an der ich so gar nicht teilhaben wollte. Aber ernsthaft unhöflich sein wollte ich auch nicht. So tat ich, was ich schon oft getan hab. Ich nutzte mein treues iPhone um das Generve erträglicher zu machen. Während alle Welt die Nachteile der Smartphone-Nutzung auf Facebook teilt, mache ich das, was ich zuvor halt mit Spielzeug/Comics/Gameboys/später sogar Büchern (man glaubt es kaum!) gemacht hab. Realitätsflucht klingt ein bisschen hart, nennen wir es doch um meiner Selbstachtung wegen „zusätzliche Beschäftigung, wenn die Realität lame ist“. Schätze ich bin nicht der Einzige, der dafür schon von ausgeprägten Egos subtil angefeindet wurde. Darum bemühe ich mich dabei so zu wirken, als sei das Display Nebensache, der Fokus liegt natürlich absolut auf meinen Mitmenschen. Jedenfalls hab ich, nachdem ich das Game schon oft voll konzentriert gezockt hab, gerade in einer solchen Situation meine Bestzeit überboten. Ich war stolz, sowohl auf meine katzenartigen Reflexe als auch auf mein knallhartes Pokerface. Für mich Grund genug, doch mal ne Review dazu zu verfassen. Außerdem wollten ich testen, wie viele Worte ich zu einem solch kurzen Game verfassen kann.

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Terry Cavanagh. Indie-Game-Superstar. Schotte (!?). Der Typ zieht seine Games weitestgehend im Alleingang durch und macht seine Sache verdammt gut. Wird deshalb zurecht gefeiert. Mit Hexagon hat er ein Game geschaffen, das Hardcore aka anspruchsvoll und deep ist, zugleich aber auch simpel und zugänglich. Man übernimmt die Rolle eines kleinen Dreiecks, das sich im Orbit eines Hexagons befindet und weicht näherkommenden Balken aus. Während dessen rotiert das Spielfeld unterschiedlich schnell in wechselnde Richtungen und farbige Flächen pulsieren. (Hinweis zur evtl. bevorstehenden WATCH_DOGs-Review: Das Dreieck hat mehr Persönlichkeit als der maskierte Rächer mit dem Baseballkäppi).
„Also nichts weiter als ein einfacher Reaktionstest?“ ruft doch gleich der einfache Pöbel von der Strasse. Dem erwidere ich:“Das ist true, Pöbel von der Strasse, aber WAS für ein Reaktionstest!“. Ich begeistere mich schnell für Spiele die mich fordern, sofern sie interessant sind. Beides trifft auf Hexagon zu.

wenig aussagekräftiger Screenshot von Super Hexagon
wenig aussagekräftiger Screenshot von Super Hexagon

Er konnte seinen Augen nicht trauen! Erst spielte er nur ein Spiel, dann bog er Zeit und Raum!

Das mit der Reaktion war halt zu Anfang so ne Sache. Meine erste Runde endete mit einem der ersten Balken. Schnell lernte ich allerdings die simple, intuitive Steurung. Toucht man den Screen links gehts gegen, rechts mit dem Uhrzeigersinn. Man weicht geschickter aus, vorsichtiger. Man beginnt, immer komplexere Muster zu lernen. Schon hatte ich eine charmante ~ 25er Zeit und war zufrieden. Scheitern sorgt bei Hexagon kaum für große Frustration. Man ist schneller wieder im Spiel als man blinzeln kann. Scheitern bedeutet nur, die letzten Sekunden, die man investiert hat, haben halt nicht zur Bestzeit gereicht. Trotzdem hat man was gelernt.
Der Lohn für die Mühe ist wachsender Skill. Und das Spiel ist unfassbar gut darin zu zeigen, wie viel besser man wird. Während anfangs zehn Sekunden eine Ewigkeit sind, bemerkt man mit der Zeit deutlich, dass man gelassener ist und die Kontrolle hat. Bis es wieder knallt.
Knallen tut übrigens auch der Soundtrack. Die Art Musik ist normalerweise nicht so mein Fall (man sagt „Chiptunes“?), hier mach ich jedoch eine Ausnahme weil’s auf’m Kopfhörer einfach derb scheppert. Ist von einer Person/Crew namens Chipzel, steht in den Credits.
Bleibt noch zu sagen, dass Super H sechs Schwierigkeitsgerade hat. Die Rekordzeit ist im Hardmode entstanden. Desweiteren gibt es: Harder, Hardest, Hardester (unlocked bei 60 Sekunden Hard) und zwei Schwierigkeitsgrade, die noch gelocked sind. Ich nehme an sie heißen Hardestest und Harderestest.

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