Super Time Force

STF_future1CapyGames haben mich mit Superbrothers: Sword and Swocery kalt erwischt. Nachdem mein 3DS wieder zu Geld wurde und ich mein Handy auf Smartphone upgradete, war es eines meiner ersten Games. Wie billig es war. Und wie nice es war! Dadurch wuchs in mir der Verdacht, Telefone werden zu meiner einzigen mobilen Gaming-Plattform, was sich auch bewahrheiten sollte. Zugegebenermaßen wird es auf Tablets wohl geiler sein.

Also feierte ich den Publisher und verfolgte auch die zwei angekündigten Releases: Below, dass von mir hart gezockt werden wird und STF, welches gerade veröffentlicht wurde. Scheinbar war ich nicht so gut informiert wie ich dachte und hab verpeilt, dass Capy wohl einen Deal mit Micro$ am laufen haben. STF ist wohl zeitlich begrenzt ausschließlich auf deren Hardware verfügbar. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass dieses Baby ebenso wie Below doch noch den Weg auf Steam finden wird.

Da ich die Hölle tun werd und mir eine One zuzulegen, hab ich die alte 360 wieder angeschmissen, welche eigentlich nur noch eine Dark Souls-Maschine für meine Lady ist.
Das Spiel kostet 15 Eu, ist knapp 550 MB groß aka schnell geladen und wurde direkt von mir angetestet und in zwei Tagen im Standard-Modus durchgezockt.

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Gleich zu Beginn werden zwei Dinge klargestellt: 1. Die Pixelgrafik ist superdick und voller witziger Details 2. Der Humor im Spiel wird groß geschrieben, auch in der deutschen Lokalisation zünden die Witze oder man weiß wenigstens was gemeint ist. Wenn die Zeit abläuft steht allerdings „ZIET abgelaufen“ da. Dämlich.
Die Story eigentlich ohnehin nur ein Witz: Wissenschaftler entdeckt Zeitreisen, entwickelt sich zu einem absoluten Pimp (kann man anders nicht sagen!) und heuert eine Crew an, die ihm per Zeitreisefeature hilft, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Aufgaben wie: „Der Präsident hat mir ein Katzenvideo geschickt, das so witzig ist, dass sogar der Verteidigungsminister geLOLt hat. Allerdings hat mein Browser nicht die passenden Plug-Ins. Lasst uns in die Zukunft reisen und alle Plug-Ins runterladen.“
Ab geht es dann in die jeweilige Epoche, die vollgestopft ist mit Anlehnungen an Kino-, Vidgame- und was-weiß-ich-Klassikern ohne Angst vor möglichen Paradoxen.
Bevor der Spass losgeht, muss man aber durch ein etwas lames Tutorial. Dabei erklärt sich das Spielprinzip eigentlich von selbst, und es half mir jetzt auch nicht dabei, besser durchzublicken, wenn es komplexer wird.

Die Steuerung fühlt sich geil an, die Kurve bei Sprüngen ist wunderschön. Man kann entweder einfach Schiessen (hab ich im gesamten Game ca. drei mal gemacht) oder seinen Schuss drei Sekunden aufladen, damit man später noch was davon hat. Während des Aufladens ist man langsamer, springt aber immer noch genau so geil. Stirbt man oder drückt man die Timeout-Taste, kommt das total innovative Feature (Braid hats schon 2008 gemacht), dass dieses Spiel von etwa einem einfachen Contra-Klon unterscheidet, zur Geltung:
Man hat immer etwa 30 TimeOuts aka Leben, und bei jedem neuen Versuch kann man sich per Schultertasten einen Spawn-Zeitpunkt aussuchen (soll wohl VHS-mäßig aussehen), von dem aus man parallel zu seinem letzten Versuch weiterspielt. So kann man etwa in Ruhe Items sammeln während der letzte Zeitklon die Gegner plättet. Wenn der Kollege Doppelgänger einen Bienenstock vom Ast schießt, fällt dieser auch in der aktuellen Dimension (??) und sorgt für Tote. Das wär das Gameplay dann auch schon, die Idee wird auch an ein paar Stellen sinnvoll genutzt. Komplex wird es allerdings selten bis nie.

TIME OUT! with Super TIME Force! from CAPY on Vimeo.

Bei jedem neuen Versuch hat man auch die Wahl zwischen (ich hatte am Schluss etwa 9-10) verschiedenen Charakteren, alle mit unterschiedlichen Schüssen und Superschüssen. Die Auswahl zu haben ist auch nice und die Designs einfallsreich, aber leider gibt mir das Spiel nie Gründe, einen bestimmten Charakter zu nutzen. Man hat seine drei-vier Lieblinge und bei denen bleibt man auch.
Am Ende jedes Levels gibt es dann noch eine kleine Zusammenfassung: hier sieht man nun innerhalb weniger Minuten alle Charaktere gleichzeitig, und erinnert sich daran, wie verdammt viel Ziet man in einen Level gesteckt hat. Gerade in kleinen, One-Screen-Arena Levels oder bei Bosskämpfen sieht das auch verrückt aus, welch kleines Bollwerk aus Charakteren man sich da erschaffen hat. Überall Bullets und lustige Sterbeanimationen. Nach einigen Levels ist das nicht mehr spektakulär, aber noch gut für ein paar Lacher, während man sich nebenbei eine Kippe dreht.
Wenn man alle Epochen in Reihenfolge nach Wahl durchgezockt hat, gibt es noch ein letztes Level, in dem die Ideen dann sogar richtig ausgenutzt werden. Freispielen kann man sich noch den Super-Hardcore-Modus, den ich nicht angetestet hab. Und obwohl ich das Spiel etwas zu leicht fand, grade wegen mangelndem taktischen Anspruch, werd ich den Mode wohl trotzdem nicht zocken.

Super Time Force hat mit seinem Timeout Feature ein echt cooles Gimmick, das leider nicht immer spannend umgesetzt wurde. Der Humor, die Optik und das Gameplay sind ziemlich tight und haben dafür gesorgt, dass ich das Game in zwei Sessions durchspiele ohne mich ernsthaft zu langweilen.

Screenshots: Capybara Games

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