Stormchasing in Belgien

stormcloudAm 09.06.2014 wurden verbreitet Unwetter für einen breiten Streifen von Nordwest Frankreich und Benelux vorhergesagt. Weiter sollten auch große Teile Frankreichs und Norddeutschlands betroffen ein.

Spontan entschied ich ich mich mit zwei Mitglieder der Stormchaser-Saarland (Marcel Herber, Benjamin Halor) mittags gegen 15 Uhr in das von Estofex mit Level drei bewarnte Belgien zu fahren, um die sich bereits gebildeten Gewitterzellen abzupassen.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt, an unserem Ziel in der Nähe von Marche-en-Famenne, mussten wir feststellen, dass die Gewitter sich bereits auflösten.
Wir beschlossen trotzdem eine Weile abzuwarten und wurden damit belohnt, dass sich direkt über uns ein Gewittersystem entwickelte, von dem man noch in einigen Jahren in Deutschland sprechen wird.

Wir konnten die potentielle Gefährlichkeit des Gewitters in diesem Moment schon erahnen, da sich um uns mehrere Wallclouds (Mauerwolken, die auf einen starken Organisationsgrad der Zelle schließen lässt) bildeten, sowie mehrere Mesozyklonen (rotierende Aufwindbereiche) sichtbar wurden. Auch wurden von uns vermutlich kleinere Funnelclouds (Tornados ohne Bodenkontakt) gesichtet, dies konnten wir jedoch nicht ausreichend belegen.

Die Zelle wurde im Verlauf weniger Minuten giftgrün, was darauf schließen ließ, dass sie große Mengen von Hagel produziert. Auch zu erwähnen war eine unglaublich hohe Blitzrate, von teils 2-3 Blitzen pro Sekunde.

Dies war die Geburtsstunde des Multizellensystems, das im weiteren Verlauf nach NRW zog und dort die schlimmsten Unwetterschäden seit dem Orkan Kyrill im Jahre 2007 anrichtete.

Zeitraffer der Bildung des MCS/Superzelle:

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"Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen!" - Lieutenant Colonel Bill…