Abgeklappert: New Noise – Philipp

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(Redaktions-) Ausflug auf New Noise 9 in Karlsruhe Samstag, und die Sonne knallt auf die Matte. Wir packen Sonnencreme ein und machen uns nach Karlsruhe auf. Auf dem Plan stand „Nackenschmerzen-des-Todes“. Was da passiert ist? New Noise Festival, 9. Ausgabe. Nach langer Irrfahrt um Landau waren wir dann nach 2 1/2 Stunden angekommen – etwas lang, ne? Egal – erstmal ‘n Zeitplan geschnappt und ‘n Schlachtplan für den Tag aufgestellt. Den Beginn machten Withers, die eigentlich einen super Start hinlegen, aber das Ganze wirkt wegen fehlender Menschenmenge eher wie ‘ne Probe als ein Konzert. Aber der Bands ist‘s egal, die machten ihr Ding, und zwar sauber. Conqueror aus Süd-Afrika haben wir leider verpasst, die lange Fahrt hatte uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ohne langes Flackern ging‘s direkt weiter mit Ruined Families aus Schweden die irgendwie 90s Screamo machen, aber weniger „böse“ und weniger „vertrakt“. Und wie‘s weiter geht. Glücklicherweise haben sich mittlerweile einige Leute im Zirkuszelt eingefunden, die Ruined Families den Tag versüßen. Viel Beweung, vor allem ein Sänger, der stets vergeblich versucht die Menge zu stürmen. Super Auftritt, leider nach 20 Minuten schon vorbei. Weiter ging‘s mit Implore aus Hamburg die derzeit mit ACxDC durch Europa walzen. Musikalisch irgendwo zwischen niemals-aufhörenden Blastbeats und angepisstem Gesang. Irgendwie nicht schlecht, jedoch kann ich mich nicht erinnern, dass ich die 20 Minuten Auftritt etwas anderes gehört hab außer Blastbeats. 15.30 – kurze Pause – Roddy muss zum 3. mal für kleine Proto-Punks, danach direkt ans Auto – Wasser pumpen. Nach der Pause begann eigentlich die Zeit für meine heimlichen Headliner dieses Tages. ACxDC aus den Staaten covern keinen miesen Metal, sondern fahren die Implore-Schiene konsequent weiter. Blastbeats der sich durch den Gehörschutz drückt, fiese Riffs. Einfach ne richtig fiese Packung zum Wütend werden. Erstaunlicherweise spielten ACxDC nicht mit gewohntem Lineup, sondern mit zwei Kids am Bass und Schlagzeug. Älter als 18 waren die sicher nicht – und mit 18 hab ich noch lange nicht dran gedacht in ‘ner Band, die Antichrist Demoncore heißt, zu spielen. Aber egal, die Kids hatten sichtlich Spaß, all ages muss ja auch mal sein, ne?

Kurze Pause, Roddy geht pinkeln und Wasser pumpen. Nächste Runde machen Holy aus Italien mit Powerviolence par exellence. Die haben erst vor kurzem ne neue Platte rausgehauen die ein Anwärter für mein AOTY werden könnte. Die Songs zünden live genauso wie auf Platte und machen einfach Spaß. Die Leute bewegten sich und nach spätestens 2 Minuten war jeder im Zelt auf Adrenalin. Nach 8 Songs war leider schon Schluss – denn wie angekündigt teilten sich Holy das Set mit Torsö. Torsö sind ne neue Formation aus Punch und Holy und machen auch irgendwie Musik so dazwischen. Blastbeats, stramme Riffs und ne Frau am Mikrofon. Die Songs sind super und für jeden hippen Punk des richtige für den Sommer. Das findet auch das New Noise und feiert die Band, auch ohne einen der Songs zu kennen. 17.30 – Für uns das erste mal richtig Pause. Roddy gönnt sich einen langeren Aufenthalt an den Toiletten (ernsthaft, wie oft kann ein Mensch auf die Toilette?) – und dann das Übliche: Distros durchkramen, Merch kaufen, Essen kaufen, Wasser pumpen.

20:00 Uhr: The Tidal Sleep beginnen, Roddy geht nochma‘ kurz auf‘s Klo – vorher hatte man uns gewarnt, Tidal Sleep wären jetzt „anders“, weil der einer die Gitarristen von Trainwreck dort mitmischt. Ich persönlich hatte zeitweilig früher eine leichte Abneigung gegen die Band – dreimal gesehen, dreimal mieser Auftritt + 2 Jahre das gleiche Liveset. Meine Erwartungen waren nicht sonderlich hoch – wurde aber eines besseren belehrt. Das Ganze war tatsächlich „anders“ – irgendwie erwachsener, auch die alten Songs wurden live anders gespielt als auf Platte. Gefiel mir gut, alles Vergangene sei vergessen. Danach folgte der absolut Hermine-Like Zeitsprung rüber ins andere Zelt zu Coldburn, die gerade das Zelt am abreißen waren. Obwohl sich weniger Leute im Zelt einfanden als Jahre zuvor wusste die Band zu motivieren. Die Leute rasteten aus, es wurde gemosht, gestagedivet und gehighfivet – halt alles was dazu gehört. Coldburn machten den Anfang im großen Zelt und leiteten den über den Abend dauernden Moshmarathon ein. Darauf folgten Nasty. Und irgendwie bin ich da zwiegespalten. Die Musik zündet live so dermaßen gut und die Show die Nasty abliefert ist sogar lustig. Haha. Nein, ernsthaft, ich bin mir der Diskussion über die Stumpfheit der Musik bewusst – selbst die Band hatte im August letzten Jahres darüber in einem Interview gesagt, dass ihre Musik nicht sonderlich kreativ sei, dafür aber „Message“ hat. Und da kann ich zustimmen. Zwischen jedem Song ansagen – gegen Kapitalismus, gegen Faschos, gegen Sexisten. Dafür auf jeden Fall Pluspunkte. Und viel Energie – vor allem alles ziemlich positiv. Danach direkter Genrewechsel zu Heaven In Her Arms. Ich kannte die Band nicht wirklich, und war anfangs etwas angestupst. Die Band spielt mit 3 Gitarren, und meine Erfahrung mit 3-Gitarren-Bands war bisher bescheiden – aber Heaven In Her Arms haben das Ganze drauf. Alle 3 Gitarren haben ihre berechtigten Platz – das Set dauert leider nur 30 Minuten, die Songs sind alle länger als 8 Minuten und haben mir nur einen kleinen Einblick in deren Musik gegeben – da werde ich definitiv nochmal nachhören. Hab ich ich eigentlich erwähnt das Roddy währenddessen zweimal auf die Toilette ist?
Den Abschluss machten La Quiete, alte 90s Hasen die dennoch ganz schön Power haben. Roddy liebt die so sehr, dass er da besser drüber schreibt.

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