Ein Dönerladen im Bermudadreieck

bermuda
In der letzten Woche hat ein Döner-Laden im Dorf eröffnet. Tatsächlich der erste im Dorf, und er ist auch noch fußläufig von meiner Homebase aus zu erreichen. Für die hippen Stadtkinder unter Euch mag das trivial klingen, aber für einen nichtmotorisierten, verfressenen Provinzler wie mich bedeutet das eine enorme Steigerung der Lebensqualität.
Deswegen habe ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut, in meiner Gedankenwelt bin ich schon unzählige Male abends vom Computer aufgestanden, habe mir meine Jacke übergeworfen und laut gerufen: “Ich hol mir glaube ich noch einen Döner.”
Nun hat er aber leider in einer Örtlichkeit eröffnet, die man als Bermuda-Laden bezeichnet: Geschäfte an diesem Platz neigen dazu, binnen kürzester Zeit wieder auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. So beheimateten die zwei Dutzend Quadratmeter in den letzten Jahren mindestens drei Verkaufsstellen; eine Art Baguetterie und zwei Pizzalieferdienste, jeweils unterbrochen von mehrmonatigem Leerstand.
Natürlich hatten alle Läden ihre Mankos: die Baguetterie war überteuert und wenig reizvoll ( “E Schmier kann ich ma ach dehemm mache”), die Pizzalieferdienste lieferten zwar passables Essen, konnten aber weder preislich, noch qualitativ mit der enormen Konkurrenz aus den umliegenden Dörfern mithalten.
Ihr Verschwinden könnte also andere Ursachen haben als bermudamäßige magnetische Anomalien, UFOs oder Methanausbrüche.

Der Dönerladen zumindest hält, was ich von einem Döner auf dem Lande erwarte. Auf der Speisekarte an der Wand steht so falsch wie charmant “Pommes Frittes”, die Verkäufer sind von einer mürrischen Freundlichkeit und man wartet stets länger, als es die Schlange vor einem vermuten ließe.

Und nach einer ersten Kostprobe: der Döner is vielleicht etwas zu klein. Ein bisserl mehr Soße wäre nett, und wenn ich scharf sage, könnte er auch scharf sein. Aber er ist ok, und wenn es anders wäre und ich sagen müsste: “Den besten Döner gibt’s bei uns im Dorf.”, dann würde mir halt eh keiner glauben.

Ich werfe mir dann mal meine Jacke über und hol mir noch einen Döner, ehe der Laden wieder verschwindet.

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