Wir basteln eine Kräuterschnecke

7

Wer zunächst denkt, dass es sich beim Begriff „Kräuterschnecke“ um ein Süßgebäck mit Kräuterzugabe handelt, der liegt falsch. Fände ich ohnehin irgendwie eklig. Also nein, es geht um was ganz anderes, nämlich um einen kleinen, feinen Kräutergarten für den Balkon, in einer Spirale angeordnet – eine wunderbare Alternative für alle, die keinen richtigen Garten oder massig Licht in der Küche zum Kräuter-Züchten zur Verfügung haben und einfache Balkonhänger (ja, die heißen tatsächlich so) lame finden. Allerdings sollte die Möglichkeit bestehen, den Kräutergarten erhöht aufzustellen um ihm Sonne spendieren zu können.

Schön länger gab es die Idee. Endlich hatten Rod und ich mal Zeit, um uns darum zu kümmern. Es ging also los zum nächstbesten Baumarkt.

Als erstes musste ein Kübel her. Entschieden haben wir uns für eine runde, nicht sehr tiefe Schale mit zirka 60cm Durchmesser in anthrazit. Passt schön auf den runden Tisch, der bereits auf unserem Balkon steht. In einer Bambusmatte fanden wir die passende Lösung, um unsere Schnecke zu formen. Die Dinger sind allerdings echt riesig und mussten demnach für unsere Zwecke erst noch zugeschnitten werden. Wer also zufällig auf der Suche nach so etwas ist, wir haben noch über. Erde stand als nächstes auf der Liste. Die stellte dann schon eine kleine Hürde dar. Welche Erde nimmt man? Läuft man zum ersten Mal aufmerksam durch die Gartenabteilung eines Baumarktes, staunt man nicht schlecht über die Anzahl der unterschiedlichen Erden. Pflanzenerde, Zitruserde, Rasenerde, Blumenerde, Gemüse-und Tomatenerde. Für einen Laien gar nicht mal so einfach. Auch was die Menge angeht, wussten wir nicht Bescheid. Wir packten also einfach mal stinknormale Erde ein, 2×20 Liter, erkundigten uns dann aber doch noch bei einer kompetenten Baumarktlady. Von ihr erfuhren wir dann, dass wir zunächst ganz falsch lagen. Die Säcke gingen also wieder zurück. Auf Empfehlung der Dame nahmen wir einen 50 Liter Sack Pflanzenerde, 10 Liter Anzucht- und Kräutererde und zusätzlich noch Kräuterdünger (ob ich jemals daran denke, den zu benutzen?). Fehlten nun nur noch die Kräuter. Wir nahmen Basilikum, Petersilie, Minze, Rosmarin, Thymian und Salbei.
Der Einkauf war endlich geschafft, inklusive mir. Eigentlich liebe ich es, im Baumarkt zu sein, doch die ganzen Eindrücke und Entscheidungen haben mich dann doch erschöpft.

Daheim angekommen, freute sich Rod schon riesig, endlich in der Erde wühlen zu dürfen. Also fingen wir direkt an.

Material:

1 großer, flacher Blumenkübel
1 Bambusmappe
50 L Pflanzenerde
10 L Anzucht- und Kräutererde
7 Kräutersetzlinge
1 Kräuterdünger
Metalldraht

Werkzeug:

1 Gartenzange
1 Schnur
1 Paar Handschuhe (wir hatten keine, wollten die Erde „spüren“. Schon hatten wir Holzsplitter in den Händen)

Anleitung:

  • Wer die Möglichkeit hat, stellt den Blumenkübel noch vor Arbeitsbeginn an seinen späteren Standort, das Teil wird am Ende nämlich sehr schwer.
  • Zunächst füllt man dann den Blumenkübel in etwa zur Hälfte mit Erde.
  • Mit der Schnur die Spiralanordnung im Kübel festlegen. Daran sieht man, wie viel von der Bambusmatte benötigt wird. Mit der Zange wird dann der Draht zwischen den Bambusstangen durchtrennt, sodass man die nötige Zaunbreite bekommt. Je nach Biegsamkeit der Matte empfiehlt es sich, die Zaunbreite nochmals in kleinere Einheiten zu teilen.
  • Den Bambus in der festgelegten Anordnung in den Kübel stecken und bis auf den Boden drücken. Er lässt sich jetzt noch gut modellieren. Die Gelegenheit sollte man nutzen. Damit er in der gewünschten Anordnung stehen bleibt, wird dann nochmals gut mit Erde aufgefüllt und diese fest an den Bambus gedrückt. Es muss aber noch ausreichend Platz für die Kräutererde gelassen werden.
  • Den Bambus jetzt zu einer nach Innen ansteigenden Spirale schneiden. Am Rand in etwa in Kübelhöhe, dann recht steil nach oben bis zur gewünschten Höhe kürzen. Pflanzenerde nach dem gleichen Prinzip auffüllen.
  • Jetzt Kräutererde auffüllen und die Kräuter setzen. Die Kräuter werden je nach Wasserbedürfnis gesetzt: die mediterranen, eher normal Wasserbedürftigen kommen nach oben, die richtig Durstigen nach unten. Nochmals Kräutererde nachfüllen und alles schön fest andrücken.
  • Da die Spirale nach Innen ansteigt und quasi ein Turm von Erde entsteht, wird Druck auf den Bambus ausgeübt. Er sollte daher mit einem einfachen Stahldraht extra stabilisiert werden.
    Zum Abschluss alles gießen.

5

Mit Kosten von circa 120 Euro war der Spaß zwar schon recht teuer aber sparen lässt sich eigentlich an allem, Kübel, Bambus, Kräutern. Ob die Kräuter gut gedeihen und wir alles richtig gemacht haben bzw. richtig machen, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Gespannt bin ich allemal. Und für leckere Gerichte haben wir nun immer was Frisches auf Lager.

Mehr checken...
Mehr checken...
Für die Reviews zu Shovel Knight und Valiant Hearts hatte ich einen…