Vom Abwinde verweht

LePetomaneUnter Flatulenzen leiden die Menschen nicht erst seit Apollo 11. Das Problem ist altbekannt und so manch ein Zeitgenosse hat aus der Not eine Tugend gemacht. So wie der Franzose Joseph Pujol , alias Le Pétomane, seines Zeichens Kunstfurzer im Auftrag des Moulin Rouge in Paris. Seine angeblich geruchsfreie Choreografie – er soll mit seinem Schließmuskel Luft in den Darm gesaugt haben – umfasst eine große Bandbreite an Furzgeräuschen: von der Imitation einer Tuba, über das Erdbeben von San Francisco 1906 bis hin zur Marseillaise. Dazu konnte er mit dem Hintern Kerzen ausblasen, Flöte spielen und Rektalzigaretten paffen. Nicht auf Lunge, versteht sich, sondern durch einan Schlauch, den er hinten reinsteckte.
Von einer seiner Furzaufführungen gibt es glücklicherweise Bewegtbildaufnahmen, ganz zeitgemäß leider ohne Ton. So mag mensch sich also einfach ein Bild davon machen, welch ein Vergnügen den Gast damals erwartete.

Pujol war mit seiner Kunst vielleicht der erfolreichste, sicher aber nicht der erste. In seiner Schrift „De Civiate Dei“ aus den Jahren zwischen 413 bis 426 weiß der heilige Augustinus zu berichten: „Andere geben aus ihrem Inneren ohne allen Gestank nach Belieben Laute in so großer Zahl von sich, daß man meinen könnte, sie sängen auch von dieser Seite her.“ Und auch nach dem Pétomanen kamen andere Kunstfurzer zumindest kurzzeitig zu einem gewissen Ruhm. Darunter 1987 die Künstler des „Palast der Winde“ im Vergnügungspark „Luna Luna“ und der Brite Paul Oldfield, der seine Werke seit Anfang der 1990er Jahre unter dem Pseudonym „Mr. Methane“ sogar auf CD pressen lässt.

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Von Pixlr bin ich quasi Fan der ersten Stunde - dies gilt…