Alkoholika: Vier Bier

Biertest

Leikeim Hell, Lager Bier, Bayerisches Vollbier 4,9 %

Für ein Helles angenehm würzig. Bereits in der Nase dezent-würzige Präsenz, die durchaus auch in die Breite geht. Keine Frucht, aber an Hefe erinnernd. In Nase und am Gaumen Reminiszenzen an ein englisches Ale. Beim letzten Drittel des Glases spüre ich einen fordernden Tiefgang und kann direkt fühlen, wie einem der Stoff nach fünf halben
Litern die Lampen ausschießt, das Bier verspricht einen Rausch, der tief unter die Haut geht. Nach einer Flasche stellt sich die Lust ein, eine Kiste davon zu kaufen. 8,5 von 10 Punkten.

Andechs Weißbier hell, 5,5 %

Optischer Eindruck: Gelb, als wäre bereits Bananensaft drin. Hefetrüb. Nase in der Tat fruchtig! Süß-saures Hefe-Bouquet, erinnert an Belgien. Kräftig im Mund, aber geradlinig, weniger voluminös. A straight story! Dabei aber immer wieder trockene Anklänge von Frucht:
Pfirsiche, Bananen. Am Gaumen aber auch Hefeextrakt, Suppenwürze.
Sicherlich kein Frauenbier, trotz der Frucht. Die 5,5 % sind praktisch nicht schmeckbar, es läuft einfach nur rein. Vier Halbe sollten Garant für beginnenden Vollrausch sein. Kein großes, aber ein grundsolides Bier. Zwar meint die Dame des Hauses, es sei zu prickelnd, ja gar fast wie Sekt, mir gefällt die Spritzigkeit jedoch gut. 7,5 von 10 Punkten.

Leikeim Weißbier. Helles Weißbier, 5,4 %

In Nase Früchte: Banane, Birne, getrocknete Orange, mischt sich mit Noten von Kohl und Kohlrabi. Nach einer Zeit im Glas und nach einigem Schnüffeln wird diese Melange dann klar eine von dunklen getrockneten Zitrusfrüchten. Interessant! Auf der Flasche steht »fruchtig und erfrischend«, was sicherlich stimmt, jedoch weniger Komplexität hat erwarten lassen. An Nase und Gaumen sublim, ein Bier für Genießer. Im Abgang trocken und mit milder Würze, sehr gute Balance, ein Sommerbier für den Kenner. Erinnert in süffiger Manier an England. 8,5 von 10 Punkten, beim 2. Versuch wäre zu prüfen, ob gar 9 Punkte drin sind.
Nach dem Test einer Flasche geht der Daumen für den Kauf einer Kiste klar nach oben.

Kulmbacher edelherb, Pilsener 4,9 %

Farbe: Bernstein, Ebbelwoi, alter Särkower. Nase: Hopfen! Geräuchertes Gerstenmalz. Erinnert mich an meine Tage an der Mur und an Puntigamer, das bierige Bier. Dies ist ein bieriges Pils. Einfach, weil es nah am
eigentlichen Bier ist, nah am Rohstoff. Aromen entsprechen den Zutaten. Knochentrocken rein in die Kehle! Ein pilsiges Pils, herb, ohne zu herb zu sein, aber auch nicht zu mild. Zwar sehr gut trinkbar, aber für eine Spitzenwertung fehlt es dann doch an Charakter. 7 Punkte.
Nachtrag: Der crisp-trockene Abgang macht einfach Spaß, daher Korrektur der Bewertung: 7,5 von 10 Punkten!

Jason J. Rocha (Sachverständiger) trinkt Bier, Schnaps und Wein exklusiv für abgepudert.

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Jaja, Dosenfutter ist natürlich Quatsch und niemals so geil wie ein selbstgebasteltes…