Funk für Schlappohren

hasecaesarEin Stück Fernsehgeschichte gammelt im Münchner Stadtmuseum in einem Glaskasten vor sich hin: Die leblose Hülle des Stoffhasen Cäsar, der unsere Eltern und Großeltern in zweispältigen Fernsehunterhaltungsformaten medial begleitete.

In einem fantastisch innovativen Format präsentierte der Hase – damals noch beseelt von Wolfgang Buresch – ab den späten 60ern zusammen mit einem Discjockey (Arno Görke) die heißesten Beat und Schlagerplatten der Saison: “Schlager für Schlappohren”

Etwa auch in dieser Zeit veröffentlichte der bekennende Karottenkonsument auch seine eigene Langspielplatte Bitteschööön!, benannt nach seiner unverwechselbaren Catchphrase. Jene bekommt man übrigens auch heute noch ins Gesicht geschrien, wenn man ältere Semester oder Nostalgiker nach dem Viech befragt. Einfach mal bei der Mama testen.

Für sein Album holte sich Cäsar auch namhafte Verstärkung, wie zum Beispiel Chris Evans (nein, nicht die Top Gear Knallerbse), der unter anderem den Sound zu diesem funky groovenden Überhit schrieb:

Und das charmante 40 Jahre bevor Ylvis so viral erfolgreich den Bereich der Bioakustik ins Licht der Öffentlichkeit rückten.
Abseits dieses Volltreffers, dem der Hase auch diesen Artikel zu verdanken hat, kam musikalisch nicht mehr viel. In den 80ern hat man ihn sogar gezwungen, Hiphop zu machen. Es scheint also humaner, über den Rest seines Hasenlebens den Mantel des Schweigens zu hüllen. Bin ich allerdings mal im Münchener Stadtmuseum, wird meine Funkseele dem Fellfetzen wegen dem Känguruh-Song die Ehre erweisen – versprochen.

Bild: Still aus Zwei alte Hasen entdecken Neues. ARD/NDR

Mehr checken...
Mehr checken...
Was für's Herz und das Must-See des Tages. Die Freundschaft zwischen Ricky…