Kvarner Bucht: Krk und Rab

Die Kvarner-Bucht (altertümlich deutsch Quarnerobusen), ist eine Bucht an der oberen Adria in Kroatien. Sie liegt zwischen der Halbinsel Istrien im Westen und dem Kroatischen Küstenland im Osten. Der wichtigste Ort an der Kvarner-Bucht ist heute die Hafenstadt Rijeka. Bewohnte Inseln der Kvarner-Bucht sind Krk, Pag, Cres, Lošinj, Rab, Susak, Unije, Ilovik, Male und Vele Srakane. Quelle: Wikipedia.de

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Germanwings fliegt zu halbwegs moderaten Preisen den Flughafen Rijeka an. Gemeinerweise, oder einfach nur um Verwirrung zu stiften, heißt der Flughafen zwar wie die Hafenstadt, liegt aber eigentlich auf Krk. Leider gibt es keine Busverbindung von oder zum Flughafen, somit ist man bei der An- und Abreise entweder auf einen Mietwagen oder Taxis angewiesen. Die sind nicht wirklich viel günstiger als bei uns, was durchaus ein kleines Loch in der Reisekasse hinterlassen kann.

Insel Krk

Malinska

Malinska

Ein beschauliches kleines Örtchen mit dem Charmemix aus einem in die Jahre gekommenen Seebad und eines Freibades aus den Siebzigern. Untergekommen sind wir im schönsten Haus an der Promenade, mit einem gigantischen Terrassenblick und einem wildgewordenen Chihuaha namens Lenny als Hausmeister. Das Zimmer ist zwar klein, aber dafür mit einem Kühlschrank ausgestattet und man schläft zu leichtem Meeresrauschen ein.

In der Vorsaison geht es zwar noch relativ gemütlich zu, aber man muss schon schnell sein, um eines der wenigen begehrten schattigen Plätzchen rund um die Promenade zu erwischen. Einen „richtigen“ Strand sucht man hier vergebens, dafür gibt es viele kleinere Kieselstrandbuchten und freibadesque Flächen mit Direkteinstieg ins Meer.

Oberhalb der Promenade gibt es einen Supermarkt, dort kann man den Bierbestand in der dafür vorgesehenen zimmereigenen Kühleinrichtung auffüllen. Die ortsansässigen Bäckereien bieten ein mannigfaltiges Sortiment an süßen und pikanten Teigwaren für auf die Faust an. Wer also nicht jeden Abend im Restaurant essen möchte, ist hier gut bedient.

Haludovo Palace Hotel

Oberhalb von Malinska, ein wenig zurückgesetzt im Wald steht ein futuristisch anmutendes Gebäude, das mich auf den ersten Blick ein wenig an ein fieses Hochsicherheitsgefängnis in einem trashigen Science Fiction-Film erinnert. Meine Internetrecherche hat ergeben, dass eben dieses Gebäude ein ehemaliger Luxusbunker ist, in dem sich sogar schon Saddam Hussein (anlässlich dessen Besuchs der Pool mit Champagner gefüllt worden sein soll) mit den vor Ort arbeitenden Penthouse-Bunnies die Abende um die Ohren geschlagen haben soll. 1972 nach den Plänen des Architekten Boris Magaš gebaut, wurde die Anlage durch ein nachgemachtes Fischerdorf und das Penthouse Adriatic Club Casino ergänzt. Penthouse-Herausgeber Bob Guccione investierte 45 Millionen Dollar in seinen Prachtbau. Leider blieben die Gäste aus – das ambitionierte Projekt ging schon 1973 bankrott und treibt letzten Endes wohl auch Guccione in den finanziellen Ruin. Bis 1990 wird das Hotel von der Firma Brodokomerc weitergeleitet, im Krieg diente es letzten Endes als Flüchtlingsunterkunft.

Heute gammelt der ehemalige 5-Sterne-Palast neben einigen anderen verlassenen Hotels am hinteren Strandabschnitt von Malinska so vor sich hin. Eigentlich hätte ich mir das gerne mal von innen angekuckt, aber wahrscheinlich wohnen da jetzt die mittlerweile zombiefizierten ehemaligen Penthouse-„Pets“ und wollen mein Gehirn essen. Da bleibe ich lieber sicherem Terrain und arbeite noch ein wenig an meiner Bräune.

Wer dennoch ein paar Fotos des zerstörten Luxus-Interieurs sehen und nebenbei noch ein paar genauere Hintergrundinfos abgreifen möchte, ist hier gut bedient. Bei Flickr gibt es auch einige interessante Fotogalerien zum Thema.

Krk Stadt

Krk Stadt
Ein sehr gemütliches Städtchen, unsere Ferienwohnung liegt mitten in der Altstadt und ca. zweieinhalb Gehminuten von der nächsten Bademöglichkeit entfernt. Direkt gegenüber gibt es einen Supermarkt und auch eine Pommesbude mit leckeren vegetarischen Wraps – für den kleinen Hunger – haben wir direkt vor der Nase. Einziges Manko: es gibt leider keinen Balkon. Aber für drei Tage ist das schon ok.

Ein wenig außerhalb der Stadt liegt der Campingplatz. Ziemlich riesig, aber direkt am Wasser.

Die Taverne Nono hat leckere, selbst hergestellte Nudeln und andere Leckereien im Angebot. Wenn euch also der Hunger plagen sollte, hier kann man schön gemütlich sitzen und sich den Bauch vollschlagen.

Insel Rab

Lopar

Zwischen den Inseln Krk und Rab verkehren mehrmals täglich Autofähren. Die Fahrt dauert ca. 80 Minuten und kostet 38 Kuna (~ 5 Euro). Die Fährpläne findet Ihr hier. Praktischerweise kommt die Fähre direkt in Lopar an, weil dort unsere nächste Unterkunft steht und auch ein paar schöne Sandstrände findet man da. Nach einem kurzen Fußmarsch kommen wir bei den Apartments Marina an und werden superherzlich von der gleichnamigen Gastgeberin in Empfang genommen.

Unsere kleine und gut ausgestattete Wohnung mit Meerblick liegt gegenüber des Hauptgebäudes in einem klitzekleinen Häuschen. Dahinter liegt direkt der große Nutzgarten der Familie und es tummeln sich sogar Hühner dort. Super für uns, weil uns Marina gleich mit Frühstückseiern für die nächsten Tage versorgt. Ich habe wirklich selten bis nie eine so nette, aufmerksame Gastgeberin erlebt wie Marina. Sogar mit selbstgekeltertem Wein (rot und weiß) werden wir hier verwöhnt.

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Lopar ist ein ziemlich gut besuchter Familienbadeort mit vielen Appartementhäusern und einem großen Campingplatz direkt am San Marino Strand. Hier herrscht reger Betrieb und von Minigolf bis zu Autoscootern gibt es alles, was das Urlaubstrashherz begehrt. Für den kleinen Hunger zwischendrin bieten einige Verkaufsstände gesunde Sachen wie Minidonuts und Zuckerwatte feil. Perfekt für 15 Minuten, dann aber lieber wieder auf die helle Seite der Macht wechseln und am ruhig gelegenen Badestrand unterhalb unserer Ferienbehausung planschen.

Im Umkreis von Lopar gibt es 22 Sandstrände und kleine Buchten. Diverse Wassertaxis bieten im Hafen ihre Dienste an und fahren die Badebuchten und Strände an, die eher in unwegsamem Gebiet liegen. Denn auch wenn man mit dem Auto schon relativ nah ranfahren kann, muss man beispielsweise zum Sturič-Strand noch ein gutes Stück durch den Wald kraxeln. Teilweise komplett unbeschildert, damit die kleine Wanderung ein wenig abenteuerlicher wird. Aber letztendlich lohnt sich der Weg (wenn man schönen Sandstrand und badewannenwarmes Wasser mag).

Rab Stadt

rab stadt

In den Sommermonaten fahren mehrmals täglich Busse von Lopar nach Rab Stadt. Im Ort gibt es drei Haltestellen: am Fährhafen, in der Ortsmitte neben der Apotheke und am San Marino-Strand. Allerdings ist hier echt Geduld angesagt, der Bus kann mitunter schon mal so ein halbes Stündchen später fahren. Leider weiß ich nicht mehr so genau, was die Busfahrt letzen Endes gekostet hat, war aber nicht sonderlich teuer.

Das Wahrzeichen von Rab Stadt sind die vier Kirchtürme, die die Silhouette des Städtchens prägen. Die Altstadt ist umgeben von der historischen Stadtmauer und man kann schön durch die kleinen Gässchen stromern oder sich ein schattiges Plätzchen im Stadtpark suchen.

Pro Tipp:

In Rab und in Krk Stadt gibt es jeweils einen DM-Markt. Wem also unterwegs die Sonnencreme ausgeht, der kann hier seine Vorräte auffüllen. Oder Sojaschnetzel für die Veggie-Bolognese kaufen. Oderoderoder.

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Lump is a periodic cartoon by Lisa Kistner and Philipp Dunkel. More…