Championship of Wrestling: Saar Wars am 2. Juli 2016 in Brebach

Da meiner eigentlichen Seite Wrestling nicht punkig genug ist, freue ich mich meinen ersten Wrestling-Artikel hier bei abgepudert.de veröffentlichen zu dürfen. Leider bringe ich die lieben Menschen von Abgepudert damit in einen Interessenskonflikt, da abgepudert ja Sponsor der Veranstaltung war. Nun, ich versichere hiermit das dieser Artikel nicht die Meinung der Redaktion widerspiegelt und auf meinen Mist gewachsen ist. Wer mich nicht kennt: [hier klicken]

So, mein erster Wrestling-Artikel. Wie schreibe ich das für die breite Masse, kayfabe oder als Mark? Naja, ich schätze eine Mischung aus beidem. Den meisten dürfte ja klar sein, dass es sich eher um Sports Entertainment handelt und weniger um einen realen Wettkampf, aber ein bisschen interessant sollten die Kämpfe ja auch dargestellt sein. Zu den Randdaten: Championship of Wrestling (COW) ist eine junge saarländisch-rheinland-pfälzische (ja, das gibts) Wrestlingliga, die mit „Saar Wars“ ihre erste Großveranstaltung auf saarländischem Boden realisierten. Dazu wurde eine Halle in Brebach angemietet. Etwa 220 Personen besuchten das Event, was sicherlich als erster Achtungserfolg zu werten ist.
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Alex Wonder, Offizieller der COW, eröffnete den Abend und begann gleich die Stimmung anzuheizen. Als Ringsprecher fungierte der aus Funk und Fernsehen bekannte Bernhard „The Wulffman“ Wulff zu. Der brachte auch gleich begehrtes Gold in die Halle in Form der beiden Tag-Team-Titel, die heute erstmals erkämpft werden sollten. Und schon war man im ersten Segment, denn New Ottoman Empire (Hakeem Bin Azem Waqur Al Soltan und Murat Kaan sowie COW-Champion Murat Bosporus) stürmten den Ring und erklärten die Gürtel schon mal vorsorglich zu ihrem Eigentum. Doch obwohl die späteren Gegner Young Lions sowie Publikumsliebling Absolute Andy noch den Ring enterten, konnten NOE mit den Gürtel entkommen.

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Und schon war man im ersten Match. Ein sogenannter Three-Way-Dance zwischen Crazy Sexy Mike, Andre Trucker und Jaxx kämpften um den No1 Contender auf den cOw Interstate Titel. Das heißt bei der nächsten Großveranstaltung Payday am 10.09. in Birkenfeld kann der Gewinner um diesen Titel antreten. Das Match war sehr ausgewogen und zeigte dem Publikum bereits, das hier kein halbgares Kasperletheater vorgeführt wird, sondern technisch anspruchsvolles Wrestling, wenn auch natürlich nicht gerade auf WWE-Niveau, aber doch fesselnd und vor allem: gut choreografiert. Am Ende konnte sich Crazy Sexy Mike durchsetzen.

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Leider kam danach BAM gegen Crusher CoW. Abgesehen davon, dass „Crusher“ sicherlich ein völlig abgegriffenes Pseudonym ist (rememmber The Novas?), entwickelte sich das Match nicht nur zum Rohrkrepierer, BAM fertigte die Abrissbirne innerhalb von ein paar Minuten ab. Das war wohl nix…

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Danach hieß es aber Gottseidank Bernd Föhr und Patrick Schulz gegen The „Irish Beast“ Kurt O’Reilly und Rick Taylor, die das Niveau doch etwas hoben. Tatsächlich hatte ich Bernd Fucking Föhr bereits 2009 erlebt, damals für die GSW in Saarlouis angetreten und da hat sich doch einiges getan. Der Gute fühlt sich auf den Ringseilen sichtlich wohl, wie die Fotos weiter unten beweisen. Das Match war sehr ausgeglichen und am Ende konnten sich (verdient) Bernd Föhr und Patrick Schulz durchsetzen.

Jetzt hieß es Team COW (Jester, The pychosocial Medi und The Crow) gegen Team BWA (Martin Guerrero, Mr. Geil und Chris Crash) und zumindest gimmicktechnisch waren die maskierten Männer von der COW den, nun ja, überwiegend in rosa bekleideten Wrestlern der Big Wrestling Action Harz eindeutig überlegen. Das war schon… ja, man sollte es nicht schreiben und auch nicht schreien, ist aber dort passiert. Naja, jedenfalls blieben die BWAler trotz ihrer Farben relativ farblos, waren aber wrestlingtechnisch ganz ok drauf, so dass sich ein nettes kleines Match entwickelte und am Ende das COW-Team klar gewinnen konnte. Danach war erstmal Pause und man konnte mal so schauen, wofür man hier noch so sein Geld ausgeben konnte. Foto mit Wrestlern im Ring 10 Euronen. Dazu ein Merchandisestand mit ein paar Shirts, Autogrammkarten (kostenlos), Masken und sonstigem netten Zeug. Es fehlte leider sowohl eine Absolute-Andy-Actionfigur als auch T-Shirts vom Main-Eventer. Hat seine T-Shirts wohl zu hause vergessen. Beim leiblichen Wohl wurde leider nicht an Vegetarier gedacht, aber ich nehme an, das gehört wohl zum Business. Und das obwohl der psychosoziale Medi groß Straight Edge auf dem Bauch hat.

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Nach der Pause kam Wrestler und Pausenclown Matt Mayhem (in Love) in den Ring, um Alpha Female wieder einmal seine Liebe zu gestehen. Dabei beleidigte er die anwesende Damenwelt (naja, nicht so viele) sowie alle Saarländer (ziemlich viele). Summer ließ sich nicht lange bitten und betrat (natürlich in FCS-Kluft) die Bühne. Nach einem kurzen verbalen Duell bekam Mayhem eine schallende Ohrfeige. Als er danach jedoch handgreiflich wurde, kam Alex Wonder um die Situation zu entschärfen und seinen Schützling zu bestrafen. Bei Payday muss er nun gegen seine Angebetete antreten und auch an diesem Abend gabs Strafe: ein Match gegen Jester wurde angesetzt. Dabei konnte Matt mayhem zwar zeigen, dass er auch wrestlingtechnisch was drauf hat, musste sich aber doch recht schnell dem verrückten Clown geschlagen geben. Beeindruckende High-Flying-Moves vom Heath-Ledger-Verschnitt.

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Wir näheren uns dem Main-Event. Vorher gab es noch eine Legende im wörtlichen Sinne zu bestaunen: Joe E. Legend betrat den Ring. Vermutlich der größte Name an diesem Abend, war er doch für ein Jahr (allerdings recht erfolglos) in der WWE und etwas erfolgreicher in der TNA. Ansonsten hat er einen relativ großen Namen als Indie-Wrestler. Leider hat die Zeit etwas an ihm genagt, ist ja auch schon 46. Er traf an diesem Abend auf Farmer Joe, den man wohl bald als „Legend Killer“ verkaufen kann. Der sympathische Bauer, der immer gesunde Äpfel dabei hat und ins Publikum wirft, hatte nämlich bereits gegen Doug Williams im November punkten können und auch an diesem Abend war er siegreich. Das Match selbst würde ich als solide bezeichnen. Bei den beiden ist sicherlich kein High-Speed-Wrestling möglich und auch die Techniken vom Seil sind eher, naja, weniger spektakulär. Interessant die Sympathien im Publikum, da beide natürlich zu den beliebtesten Wrestlern zählen. So kam es vereinzelt zu „Farmer Legend, Joe E. Joe“ rufen und am Schluss gabs dann auch schöne versöhnliche und sportliche Gesten.

Das Tag-Team-Match zwischen den Young Lions und New Ottoman Empire war grandios. Ein wirklich nervenaufreibendes Match zwischen allen Beteiligten. NOE klar die Bösen mit einigen Heel-typischen Tricks (Ablenken des Ringrichters). Sehr ausgeglichen und spannend. Am Ende triumphierten die Lions und waren damit neue (und erste) cOw Tag Team Champions. Bestes Match des Abends.

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Danach hieß es Absolute Andy gegen Champion Murat Bosporus. Beide echte Profis im Wrestling und auch schon lange aktiv. In Europa sicherlich zur Spitze zu zählen, haben sie sich doch längst auch außerhalb Deutschlands einen Namen gemacht. So traten beide (auch gegeneinander) als deutsche Wrestler auf der TNA-Tour 2009 auf. Murat ist zudem öfter im Fernsehen zu sehen. Als eingespieltes Team (jaja, kayfabe) gelingt es ihnen auch ein Hammer-Match auf die Bühne beziehungsweise in den Ring zu stellen. Sehr innovativ fand ich die Stuhlarbeit ganz nah am Publikum, bei der auch ein COW-Offizieller „KO“ ging und theatralisch rausgetragen wurde. Murat und Andy schenkten sich nichts, doch am Ende konnte Murat durch Eingreifen der Ottomanen, während der Ringrichter KO war, seinen Titel verteidigen. Danach wollte Murat Kaan noch etwas Spaß mit Andy haben, doch der kam zurück und F5te Kaan.

Damit ist der Fahrplan für Payday klar: Murat Bosporus wird auf Crazy Sexy Mike treffen. Wir sind gespannt. Anschließend wurde das Public Viewing für das Spiel Deutschland – Italien vorbereitet, damit die Wrestling-Fans auch noch Fußball genießen konnten. Wurde wohl eine lange Nacht.

Die erste Show in Saarbrücken war jedenfalls der Hammer: hier hatte wirklich alles gestimmt. Ich hoffe, die COW wird noch öfter Shows hier im Saarland abhalten.

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Zum zweiten Mal gab es auf dem Schaumberg in Tholey ein Open-Air…