Championship of Wrestling: Rampage am 11. Februar 2017 in der Turnhalle Gersweiler

Championship of Wrestling, die sympathische Wrestling-Liga aus Rheinland-Pfalz und Saarland, lud einmal mehr zu einem Abend voller muskulöser Buben, die ihre Probleme nach guter alter Tradition mit den Fäusten lösen. Jaja, Wrestling ist Show und so, aber wie Mr. Anderson, Stargast des Abends, auf seinem T-Shiirt schon anmerkte:

Pro-wrestling is real, people are fake

Da ich meine Wrestling-Stories leider nicht bei meiner Heimatseite Away from Life unterbringen kann (also ich finde Pro-Wrestling schon ganz schön punkig…), bin ich Dirk und dem Team von Abgepudert doch sehr dankbar, mein Geschreibsel hier veröffentlichen zu können. Wie bereits bei meinem letzten Bericht , wird dies auch eine Mischung aus Kayfabe und „Insider“-Informationen. Hoffe, dass stört keinen.

Zu Beginn sei gleich angemerkt, die Veranstaltung ist aus Promotionsicht sicherlich gut gelaufen, fanden sich doch insgesamt 340 zahlende Gäste ein, was ein neuer Besucherrekord für die junge Promotion darstellt. Dementsprechend voll war es. Da ich als einer der letzten die Szenerie betrat, weil ich mich zunächst in der Halle geirrt hatte, blieb mir nur der Stehplatz.

Kieran the Bruce vs. Jake McCluskey

Pünktlich um 19 Uhr gings los mit dem Eröffnungsmatch Kieran „the“ Bruce vs. Jake McCluskey. Man merkte sofort: die beiden Briten kennen sich, haben zusammen ein Tag-Team namens The British Youngbloods. Das sorgt natürlich dafür, dass die Ringchemie stimmt. Es folgten Aktionen auf Aktionen, ein technisches Feuerwerk inklusive Abstecher ins Publikum, bei dem es eigentlich egal war, wer gewinnt. Letztlich konnte sich Kieran „the“ Bruce durchsetzen und auch nach dem Ende gab man sich die Hand, eine Geste, die im Independent-Wrestling durchaus häufiger vorkommt als bei den großen Promotions. Das liegt vermutlich daran, dass viele Stars nur für ein-zwei Veranstaltungen gebucht werden und so keine Storyline erzählt wird. Auf jeden Fall kann man sagen: der Opener war Wrestling vom Feinsten und es war klar, dass es danach etwas schwächer werden würde.

Alex Wonder vs. Mayhem (1)

Anschließend war zunächst Storytime angesagt und so trafen General Manager Alex Wonder und Matt Mayhem aka „Der Held von Birkenfeld“ aufeinander. Matt Mayhem sollte eigentlich Alex Wonder als Free Agent unterstützen, doch stattdessen beleidigte er erstmal das Publikum. Alex Wonder setzte kurzerhand ein Match zwischen Mayhem und Just Nick an. Sollte Mayhem dieses gewinnen, so darf er pro Veranstaltung ein Match festlegen. Ob das mal nicht ein Fehler war?

Keel Holding vs. Jester und Medi (1)

Die CoW-Eigengewächse Jester und Medi traten gegen Keel Holding (Namensgeber Saša Keel und Aaron Insane an. Und sie hatten es ziemlich schwer gegen die beiden Powerhouses. Insbesondere Medi musste viel einstecken und um jeden Wechsel kämpfen. Umso tragischer, dass er eigentlich nur Ersatz für Crow eingesprungen war. Keel Holding spielten ihre Überlegenheit aus und als der Schiedsrichter einen Wechsel nicht sah und Jester zurückdrängte, fiel der legendäre Satz „Es gibt Regeln, mein Freund!“. Regeln, die Keel Holding als Heels natürlich nicht zu beachten brauchten, aber immer dann einfordern, wenn es zu Ungunsten des Geners ausgeht. Vom Storytelling her ein sehr schönes Match. Allerdings machte man sich durchaus Sorgen um Medi, der minutenlang wie leblos im Ring lag. Entweder er verkaufte das gut, oder es tat was richtig weh. Das Match selbst war, wie schon erwähnt, nach der Top-Action vorher etwas schwächer, hatte aber auch schöne Aktionen von beiden Teams. Am meistens litt es aber unter dem verpfuschten Finish, da der Ringgong nicht ertönte und der Schiedsrichter wohl nicht stark genug insistierte.

Matt Mayhem vs. Just Nick (1)

Dann war es soweit: Matt Mayhem, der Held von Birkenfeld, gegen Just Nick. Für mich überraschend: mit Summer an seiner Seite. Vor einem halben Jahr noch erbitterte Rivalen, heute zusammen in einem Team… So schnell gehts im Pro-Wrestling. Das relativ kurze Match war schwer unterhaltsam und wurde nach dem unfairen Eingreifen von Summer dann auch von Matt Mayhem entschieden. Ein Match pro Abend… wenn das mal gut geht.

Matt Mayhem vs. Just Nick (1)

Danach ging es um den cOw Ladies Championship. Titelträgerin Alpha Female trat gegen die Britin Little Miss Roxxy an. Aber seien wir mal ehrlich: die zierliche Britin hatte nur Außenseiterchancen gegen die muskulös gebaute Alpha Female. Obwohl: im Wrestling ist alles möglich. Auch dass die Britin den Heel gab und ein kleines Mädchen in der ersten Reihe verängstigte. Zu sehen im (durchaus sympathischen) Interview von Dirk auf dessen Facebook-Channel Dirks bewegte Geschichten. Das Match dominierte Alpha Female dann auch relativ deutlich, obwohl Little Miss Roxxy ein paar nette Aktionen hatte. Letztlich konnte Alpha Female aber ihren Titel klar verteidigen.

FarmerJoeFöhr vs. Bam & Killer (9)

Kurz vor der Pause stand das nächste Highlight an: die Titelträger Bernd Föhr und Farmer Joe mussten ihren Titel verteidigen. Damit standen die beiden Typen mit den besten Zwischenrufen („Bernd fuckin‘ Föhr“ und „Bier, Schweine, Farmer Joe“) im Ring und traten gegen Bam und The Insane Killer. das Match war richtig super und sehr unterhaltsam. In Erinnerung wird wohl auf ewig der Arschbeißer an Bernd Föhr bleiben. Ob das mal eine reguläre Technik wird? Aber auch vom technischen Niveau her war das Match eine Augenweide. Natürlich gab es einige Splashs in die Ringecke zu bewundern und auch der Finisher von Föhr und Joe kann sich sehen lassen. Souverän konnten sich die beiden gegen ihre Widersacher durchsetzen. Doch Keel Holding stürmten die Siegesfeier und raubten schließlich die Titel… Seitdem lassen sie keine Gelegenheit aus, mit den Titeln zu posieren.

Anschließend war Pause. Wie schon bei vorangegangenen Veranstaltungen konnte man für einen kleinen Obolus mit den gesamten Wrestlern vor dem Ring posieren. Auch Mr. Anderson bot Selfies an. Viele Wrestler waren auch einer kleinen Plauderei nicht abgeneigt. Das ist Fannähe pur…

Demolition Davies vs. Oliver Carter (2)
Nach der Pause waren das maskierte Monster Demolition Davies gegen den der durchtrainierte Oliver Carter eher zierlich wirkte. Aber wie so oft machte die Größe hier nicht den Unterschied und Oliver Carter konnte sich überraschend durchsetzen. Auch ein tolles Match und genau das richtige nach der Pause. Man merkt, dass die beiden schon häufig gegeneinander gewrestelt haben.

TKO vs. Fabian Aichner (6)

Anschließend ging es um den cOw Interstate Championship. Hier musste sich Titelträger Fabian Aichner gegen TKO beweisen. Die beiden konnten bei diesem Match ihr technisches Können unter Beweis stellen. Es gab viel zu sehen, unter anderem eine Abfolge von tollen Ringermanövern inklusive Handstand und einige Aktionen vom obersten Seil. Auch hier kein Titelwechsel…
Mr. Anderson vs. Juvenile X (3)

Zumindest ein Titelgewinn war beim nächsten Kampf vorprogrammiert. Der US-Superstar Mr. Kenn… Anderson trat gegen Juvenile X an und zwar in einem 2-out-of-3-Falls-Match um den neu geschaffenen cOw/wpwi United Championship. Da Juvenile wohl keine Chance gegen den Superstar aus den Amilanden hatte, griff er ihn einfach schon beim Einmarsch an und sicherte sich so den ersten Fall. Doch Mr. Anderson schlug zurück und schon stand es 1:1. Anschließend gewann Mr. Anderson das Match und wurde erster cOw/wpwi United Champion.

Mr. Anderson vs. Juvenile X (2)

Alex Wonder kniete vor Mr. Anderson und übergab ihm, betsimmt mit Tränen in den Augen, den wohlverdienten Titel. Doch die Siegesfeier wurde jäh unterbrochen, als Matt mayhem von seinem Recht ein Match pro Abend zu bestimmen, Gebrauch machte und ein Rematch ansetzte. Es folgte ein Cheap-Shot gegen den Champion und der schnelle Pin und Juvenile X wurde nach etwas weniger als drei Minuten neuer und zweiter cOw/wpwi United Championship. Tolles Storytelling, aber laues Match. Natürlich hat man sich mit Mr. Anderson einen großen Namen gesichert, der sicherlich auch zum Erfolg der Veranstaltung beitrug. Aber man merkte es Mr. Anderson an: schon in der WWE konnte er verletzungsbedingt nicht richtig durchstarten und hatte dann seine Hochzeit in der TNA. Aber machen wir uns nichts vor: das Leben als Wrestler ist nicht leicht und fordert seinen Tribut. So blieb das Match leider wrestlingtechnisch etwas hinter den Erwartungen zurück.

Mr. Anderson verging sich anschließend noch etwas an Mayhem und jagte diesen aus der Halle. Anschließend folgte die übliche Mr. Anderson-Show, die er gerne zu Beginn seiner Matches zeigt und die zum Markenzeichen für ihn wurde. In Ermangelung eines Seiles durfte der Ringsprecher das Mikrofon von einem Stuhl herunterreichen. Danach folgte noch ein Versprecher mit seinem WWE-Alter-Ego und man mekte es Mr. Anderson an: er fühlte sich sichtlich wohl auf dieser Veranstaltung. Sympathisch und witzig.

Fazit: Die Messlatte für die nächsten Veranstaltungen der COW sind hoch: Besucherrekord, Superstar aus den Vereinigten Staaten, fast alle Matches überzeugten… Ich bin sehr gespannt, wie die Promotion ihre Erfolge noch toppen will. Auf jeden Fall gilt es nun: kühlen Kopf bewahren und die nächsten Veranstaltungen planen. Diese Liga hat die Möglichkeit zu einer festen Größe im Wrestling-Dschungel-Deutschlands zu werden. Ich würde mich sehr freuen, auch weiterhin über Erfolge berichten zu dürfen.

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Wie es so bei Rampage war, könnt Ihr hier nachlesen, dank unserem…