Championship of Wrestling: Saar Wars am 10. Februar 2018 in Gersweiler

Jaja, ich geb zu, für den Bericht zu cOw Saarwars am 10.02.2018 in der Turnhalle Gersweiler habe ich mir extrem viel Zeit gelassen. Das hat wohl damit zu tun, dass ich diesmal auch nicht auf der Gästeliste stand und meinen Eintritt (der im Übrigen sehr günstig ist) selbst berappt habe. Das n immt einem natürlich ein bisschen den Druck, andererseits kann man sich dann auch an weniger erinnern…

An diesem Samstag wars aber auch schwer, rechtzeitig anzukommen, weil ich noch Training hatte und dementsprechend erst gegen 18:30 eintrudelte. Tatsächlich war da schon jemand im Ring. Eddie Shah besiegte Timo Zimone in einem Pre-Show-Match. Aber das Match ging dann bei mir im Allgemeinen Karten- und Getränkepeilen unter… Damit nicht genug, es gab auch eine Tanzvorführung und Animation durch eine Jombolo-Gruppe. Da hatte ich aber die Kamera nicht bereit…

Irgendwann waren dann auch alle 220 Zuschauer da, Marzipan war für jeden ausgelegt, eine schöne Geste. Und los gings mit der Veranstaltung, wie immer genial moderiert von Ringsprecher Oliver Seidel.

Ein klassisches Rookie-Match eröffnete die Cart. Blackwell hatte es in seinem meines Wissens nach drittem Match für die COW mit dem Veteranen Bernd Föhr zu tun. Beide wurden begleitet von ihren Proteges Marius van Beethoven beziehungsweise Publikumsliebling Farmer Joe. Natürlich dauerte es nicht lange, bis diese beiden es auch miteinander zu tun hatten. Hier hatte Farmer Joe deutliche Probleme, dem Kampfverlauf angemessen zu folgen, denn Marius brachte Föhr ganz schön in Bedrängnis. Letztendlich konnte sich Blackwell dann auch souverän durchsetzen. Der von Unsympath (natürlich nur im Ring) beziehungsweise Manager of Champions Champion Alex Wonder ins Wonder-Team aufgenommene Wonder-Knabe (boah, sorry für meine schlechten Wortspiele) ist auf jeden Fall ein frischer Wind im Roster und ich hoffe, in baldiger Zukunft mehr von ihm zu sehen…

Was nun folgte war eine Demütigung sondergleichen. Medi, Urgestein der COW, forderte den Manager of Champions Champion Alex Wonder heraus, der aber vertraglich das Recht hat, einen Ersatzpartner zu bestimmen (Oh, stupid wrestling, love you). Medi muss wohl das Koloss Drake Destroyer im Backstage übersehen haben… denn genau dieser wurde sein Gegner. Dass das nicht gut ausgehen konnte, war klar. Was folgte war dann ein Squash-Match, das ist Wrestlingjargon für ein stark von einer Person dominierten Auseinandersetzung. Ach, nennen wir es beim Namen: Drake Destroyer wischte mit Medi den Fußboden. Als dann Alex Wonder zusammen mit Blackwell nach dem Matchende auf Medi losging, kam Stargast Alpha Female in den Ring und beschützte ihren alten Mitstreiter.

Wer nicht so firm ist: Alpha Female aka Jazzy Gabbert hatte bei der vorigen Veranstaltung ihr letztes Match für COW bestritten, da sie ihr Glück in den USA versuchte. Eine dringende OP verhinderte aber erst einmal alle Pläne, so dass der Publikumsliebling, der keinen kleinen Anteil am Erfolg der COW haben dürfte, in Deutschland verweilte und ihre alten Freunde besuchte. Eine schöne Geste und ein willkommenes Wiedersehen.

Es folgte ein Tag-Team-Match. Tommy Blue Eyes und Maveric Cross hatten bei der letzten Veranstaltung ihren Frieden miteinander geschlossen und traten nun gegen die Pretty Bastards (Maggot und Prince Ahura) an. Ein schönes Tag-Team-Match, das gekonnt mit den Emotionen des Publikums spielte. Dabei sehr ausgeglichen. Nur das Finish habe ich nicht so ganz verstanden. Tommy Blue Eyes war gefühlte 10 Minuten auf den Seilen, war doch klar, dass das schief gehen musste. Danach konnten Maveric und Cross dennoch den Sack zu machen, aber durch eine eher unspektakuläre Aktion. Dennoch ein solides Match.

Anschließend ging es um den cOw Interstate Championship. Der Titel musste nach dem Flugausfall des amtierenden CHampions Jimmy Havoc für vakant erklärt werden. Dass ist der Nachteil, wenn man internationale Größen auflaufen lässt. Wenigstens handelte es sich um einen Three Way Dance, so dass die Herausforder feststanden: Oliver Carter und Juvenile X bestritten das Match alleine. Sicherlich das bis dato beste Match mit vielen spannenden Stellen, unerwarteten Turns und spektakulären Flugaktionen der beiden athletischen Wrestler. Schließlich konnte sich Oliver Carter (JAAAAMANNNN!) durchsetzen und wurde Nachfolger von Havoc. Natürlich vermisste man den guteln Havoc, zumal er eines der größten Talente der Indy-Szene ist, das Match funktionierte aber dennoch erstaunlich gut. Nach dem Match erklärte Juvenile, dass er nicht mehr für cOw antreten werde, da er sich unfair behandelt fühle. Carter dagegen richtete seine Worte an Jimmy Havoc, denn er für ein zukünftiges Match herausforderte. Es bleibt also spannend.

Die Pause gestaltete sich wie immer: Plausch und Fotos mit den Wrestlern waren möglich und vor dem Getränkestand war auch einiges los. Zeit ein Kurzfazit zu ziehen: 220 zahlende Gäste ist siicherlich eine Hausnummer. Der Standort Gersweiler ist sicherlich dankbar, das Publikum geht mit und die Stimmung in der halle war von der ersten Sekunde an da. Das Storytelling war bisher durchweg gelungen, von einzelnen, naja, Botches waren es nicht allzu viele, dagen wir mal Timingschwierigkeiten in ein- oder zwei Kämpfen abgesehen. Ansonsten waren alle Kämpfe sehr kurzweilig, auch das Squash-Match. Ok, der arme Medi kann einem leid tun, aber gut… Nächste Show, nächster Versuch, den Alex Wonder von seinem hohen Roß herunterzuholen.

Nach der Pause ging es gleich mit einem weiteren Titelmatch weiter. Der cOw/WPWI United Titel stand auf dem Spiel. Titelträger TKO wollte seinen Titel gegen Senza Volto aus Frankreich verteidigen. Damit traten zwei der besten europäischen Performer gegen einander an. Entsprechend spannend und vor allem technisch brilliant ging es zur Sache. Auch eine gewisse Komik entbehrte der Kampf nicht: schon zu Beginn klaute Senza Volto die Kappe von TKO und posierte damit. Später ging es auch um den Handshake. Schön gemacht! Ein sehr faires Match, dass leider ein unverdientes Ende hatte, zumindest für Senza Volto: TKO wurde ausgezählt, Senza rollte gerade so in den Ring, bekam deshalb die Victory, aber nicht den Titel. TKO selbst war damit unzufrieden und bot Senza für den 21.4 bei 4 Ever Wrestling in Birkenau ein Rematch an. Der beliebte Maskenwrestler akzeptierte natürlich.

Der gute alte Count-Out wird heute kaum noch eingesetzt, insbesondere bei den großen Ligen. Oft wird mehr als eine Minute lang „gezählt“, bis dann alle wieder im Ring sind. Hier war das eine gute Wahl, um die Fehde weiterzuführen. Babyface gegen Babyface ist ja immer ein Problem, da das Publikum tendenziell auf beiden Seiten steht…

Danach folgte ein Three Way Dance, der sich quasi als Handicap-Match entpuppte. Carsten „Masse ist Macht“ Crank hatte es mit den beiden Technikern Fast Time Moodo und Just Nick zu tun. Was er von den beiden hielt, demonstrierte er mit einem Stück Gemüse. Und so hallte es „Lauch! Lauch! Lauch!“ durch die Halle mit der ironischen Bemerkung, eigentlich hätte er zwei Lauch mitbringen sollen. So dominierte Crank auch, bis sich die beiden Techniker verbündeten und das Monster Among Men (hehe…) nach draußen beförderten. Danach versuchten sie es unter sich auszumachen, aber sie hatten nicht mit dem Publikum gerechnet, das den Hünen mit Bier aufpäppelten. Danach war es nur noch eine Frage der Zeit und Crank fertigte beide mit einem Doppel-Pin ab.

Man merkt, die Comedy-Zeit ist angebrochen. Aber das war nur die Spitze des Eisbergs. Das nächste Match lebte ebenfalls von Gewichtsunterschieden. Marius van Beethoven hatte es mit Farmer Joe zu tun. Beide hatten natürlich auch ihre Schützlinge vom Anfang dabei… Auch hier kam es natürlich zum Gegenseitigen Eingreifen. So sehr sich Marius auch anstrengte, den Koloss Farmer Joe bekam er nicht geworfen. Zwar versuchte er es mit einem Body Slam und einer Powerbomb, aber nix half. Am Ende konnte sich dementsprechend auch Farmer Joe durchsetzen. Ein reines Comedy-Match, dass mich mehrfach zum Lachen brachte…

Wer dann dachte, dass jetzt Schluss mit lustig sei, weil die Top-Heels Saša Keel und Aaron Insane (mit Alex Wonder) den Ring betraten, wurden bald eines besseren belehrt. Jester hatte sich für das Tag-Team-Match prominente Unterstützung geholt: ex-US5-Sänger Izzy Gallegos begleitete Jester zum Ring und zeigte auch eine kleine Feuershow. Danach kam aber der King of Dong-Style Joey Ryan in den Ring und verteilte Lollis und vor allem Öl auf seinem muskulösen Körper. Anschließend bot er Keel an, mal seinen Dong zu berühren, was dieser dankend ablehnte. Und tatsächlich, man hatte das Gefühl, das nun folgende Match ging vor allem darum, des anderen Gemächt wertzuschätzen. Der Titel spielte da doch eine eher untergeordnete Rolle. Keel und Insane hatten auch ihre Comedy-Elemente, so schmiss Keel einem aus dem Publikum einen Lolli über oder „onanierte“ mit beiden Händen an Jesters Arm („Das findet ihr doch so lustig?“). Auch wrestlerisch war das Match fairerweise ganz gut, aber die Comedy überstrahlte alles. Ich kannte Joey Ryan nur aus Lucha Underground und war irritiert, das eine solche Performance im prüden Amerika überhaupt möglich war.

Das Finish war dann auch recht Comedy-like: Alex Wonder mischte sich in das Match ein. Danach sollte Joey Ryans Signature-Move, der Dick Flip (oh, stupid wrestling) folgen, doch Aaron Insane rollte Ryan ein. Somit blieb die Keel Holding im Besitz der Titel.

Nach dem Match wurde dann die Holding von Ryan und Jester simultan gedickflipt (Oh Mann)… Und am Ende bekam es Alex Wonder dann auch noch mal ab, und zwar von Izzy Gallegos, der unter fachmännischer Beratung von Ryan den Move erlernen durfte.

Fazit: Was bleibt – eine Veranstaltung, die durchaus mit der Final Battle mithalten konnte. Allerdings musste man diesmal schon ein Faible für den komischen Teil der Szene haben, der an diesem Abend präsenter war, als bei den vorigen Veranstaltungen. Mit Joey Ryan konnte für den Main Event dann auch ein wirklich großartiger Entertainer gefunden werden, der alleine das Geld für den Eintritt wert war. Ansonsten: die COW wird immer professioneller, die Zuschauerzahlen bewegen sich auf einem guten Niveau und sein Stammpublikum in Gersweiler hat die Promotion. Bald geht es nach Walpershofen, dann mit Tatanaka als Special-Guest. Gerüchteweise soll die Show fast ausverkauft sein, es lohnt sich also sich etwas zu beeilen. Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung: Time to Wonder, eine Gemeinschaftsveranstaltung zusammen mit der GHW und der CWE. Ach, ich liebe Wrestling!

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