Grinchwatch: Everything Sucks

Everything sucks
Credits: Scott Patrick Green/Netflix

Netflix schreibt uns das Jahr 1996. Geek Luke, zusammen mit seinen Sidekickgeeks McQuaid und Tyler hat seinen ersten Schultag an der Highschool in Boring, Oregon. Er verliebt sich in Kate, die Tochter des Direktors, die sich unglücklicherweise aber auch für andere Töchter interessiert.
Das neu geformte Quartett legt sich eher zufällig mit den coolen Kids der Schule an, um mit ihnen schließlich für ein absonderliches Projekt eine merkwürdige Allianz zu formen.

Zwischen der Coming of Age-Problematik und dem Versuch, nicht Stranger Things zu sein, haben die Verantwortlichen Ben York Jones and Michael Mohan jede Menge Neunziger Jahre Nostalgie gepackt – Tori Amos, superlahmes Internet, karierte Hemden, Tamagotchi. Der Retrospaß ist jedoch reiner Selbstzweck: Die Serie würde auch 2017 funktionieren. Denn sie funktioniert in der Tat – aber sie macht es schwer, sie wirklich lieb zu haben.

Die größte Stärke der Serie ist Kates Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Sexualität und mit Lukes creepy Balzverhalten und dem Gegenpart mit der belanglos-charmanten Beziehungsgeschichte von Lukes Mutter und Kates Vater, die beide das Schicksal von alleinerziehenden Eltern teilen. So weit, so liebenswürdig. Darüber hinaus gibt es aber in Boring, Oregon nicht viel, was nicht boring ist. So sind leider alle weiteren Charaktere zu klischeehaft und austauschbar und mit zu wenig Herz gezeichnet – alle Szenen, in denen weder Kate noch Luke noch deren Eltern vorkommen, sind überflüssig und nur schwer zu ertragen. Das hat viel Potential der Serie verschenkt – Nebenrollen wie A/V Lehrer Mr. Stargrove (gespielt von Ben York Jones selbst) oder die Theater Club Trottel hätten einiges heraus reißen können, wenn man ihnen etwas mehr Platz eingeräumt hätte.

Die wesentliche Frage ist jedoch: Was will Everything Sucks! von mir? Die Serie ist nicht komisch genug, um als Komödie durchzugehen, nicht emotional genug, um mich als Drama mitzureißen und nicht cool oder absurd genug, um sie um ihrer Selbst willen anzuschauen.
Sie bleibt ein semiunterhaltsamer Hybrid zwischen den Genres, der es gerade so geschafft hat, mich bis zum Staffelfinale mitzunehmen. Ganz viel Luft nach oben.

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Jaja, ich geb zu, für den Bericht zu cOw Saarwars am 10.02.2018…