Danielle testet: Persönlichkeitsentwicklung

Himmel mit WolkenHiermit lege ich ein Geständnis ab: ich habe ein Problem. Ich bin süchtig nach Ratgebern zur persönlichen Weiterentwicklung, verschlinge Blogs zum gleichen Thema und Podcasts…da fange ich besser gar nicht erst an. Ich bin vollkommen fasziniert von Menschen, die alles positiv sehen, ungeliebten Mitmenschen mit Liebe begegnen, eine ausgefeilte Morgenroutine besitzen, regelmäßig Yoga betreiben, meditieren und sich zuckerfrei/makrobiotisch/ketogen/paleo/vegan ernähren.

Das mag vielleicht ein wenig spöttisch klingen, ist es aber erstmal überhaupt nicht gemeint. Der Spott gilt eher mir selbst, die ich mich stundenlang in Blogbeiträgen darüber verlieren kann, wie ich mein Impostor-Syndrom besiege oder zur digitalen Nomadin werde, die idealerweise in Ubud auf Bali ihr Hauptquartier aufschlägt. Auch ohne irgendeine Art von Dienstleistung anbieten zu können. Mein Mailpostfach quillt über von Newslettern einschlägiger Onlinekurs- und WebinaranbieterInnen, deren Schnupperangebot ich dankend angenommen und nach dreiwöchiger Aufbewahrung still und leise in den Papierkorb verschoben habe. Natürlich unter Missachtung des festen Vorsatzes “morgen kuck ich mir das an!”

Trotzdem zieht es mich immer wieder hin, zu den Instagramaccounts (“Sorry, bin die nächste Zeit hier nicht so aktiv, mache #socialmediadetox” Zack, eine Stunde später der nächste Post), Facebookseiten (“Heute Abend hier live bei Facebook eine Session zum Thema ´Mit Steinzeiternährung, Selbstliebe und Achtsamkeit zum Traumjob – als optimal mit allen Nährstoffen versorgte, erfolgreiche digitale Nomaden-Yogalehrerin’”). Und auch wenn ich es morgens nicht schaffe, in mein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben, weil ich zu sehr damit beschäftigt bin das Badezimmer zu finden und meine Haare zu entwirren, habe ich tatsächlich die eine oder andere dieser allgegenwärtigen Ratschläge fürs Leben beherzigt und auch tatsächlich in meinen Tagesablauf integriert. Zum Beispiel ziehe ich morgens tatsächlich 20 Minuten lang Speiseöl durch meine Mundhöhle und Zahnzwischenräume. Das mach ich aber wahrscheinlich auch deshalb, weil die Angst vorm Zahnarzt meiner Faulheit überwiegt und das Kokosöl anscheinend auch vorbeugend gegen Karies wirkt. Außerdem wirkt sich dieser Vorgang unterstützend auf meine Morgenmuffeligkeit aus, weil ich nämlich meinem Freund mit vollem Mund keine Antworten auf irgendwelche komplizierten Fragen geben kann. Was weiß ich denn um sieben Uhr morgens, ob ich später noch einkaufen gehe? Ich kann da grad mal meinen Namen fehlerfrei aussprechen und auch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Aber ich schweife ab. Ein weiteres Faszinosom ist für mich der niemals endende Strom an Forschungsergebnissen und Studien zu den unterschiedlichsten Themen, die hier immer wieder herangezogen werden. Wo findet man sowas? Ich kann Euch versichern, alle Studien in dieser Artikelreihe sind vollkommen frei erfunden und die Zahlen total an den Haaren herbeigezogen. Ihr dürft mich natürlich trotzdem jederzeit gerne zitieren oder als Quelle nennen.

Und hier direkt die erste, frei erfundene Zahl: Angeblich braucht man 30 Tage, um eine Gewohnheit zu etablieren. Das dauert mir aber ein bisschen zu lange, daher verkürze ich um die Hälfte. Ich also im Selbstexperiment jeweils zwei Wochen lang einen der lebensverändernden Tipps meiner HeldInnen ausprobieren und das Ganze festhalten. Wie genau das aussieht, weiß ich selbst noch nicht so genau. Das kann eine Art Tagebuch sein oder vielleicht auch einfach eine liebevoll erstellte Illustration. Haha, ich mache Witze. Ich kann gar nicht illustrieren. Aber wahrscheinlich mach ichs trotzdem.

Hier die Liste mit Dingen, die ich so austesten möchte. Ohne Gewähr. Es kann auch ganz anders kommen oder ich lasse es einfach sein. Wer weiß.

Yoga I/Spagat

Biohacking

Yoga II (verschoben, weil siehe Artikel Yoga I)

Minimalismus/Ordnung schaffen

Digital Detox

Morgenroutine

Meditation

Achtsamkeit

 

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